Diskriminierung der besonderen Art!

Was sich derzeit in puncto Kinder und Jugend in diesem Land ereignet, kann zum Kopfschütteln durchaus Anlass geben.
Auf den (umstrittenen) Verdacht hin, dass man sich beim Freiluft-Sport mit einer nennenswerten Wahrscheinlichkeit anstecken könnte, wurden mit Anfang November erneut alle Sportplätze bis auf Weiteres geschlossen. Danach – und hier beginnt die Diskriminierung – erfolgten willkürliche Ausnahmen. Die ersten – dass beispielsweise Akademien wieder trainieren dürfen – erscheinen sachlich sicherlich noch in irgendeiner Weise vertretbar.
Danach ist es gelungen, auch jenen wieder Training zu ermöglichen, die in der nächsten Saison womöglich in eine Akademie kommen, weil sie schon  bei einem Akademie-Verein spielen  oder eine Aufnahmezusage haben. Das haben wir schon ein wenig “konstruiert” gefunden. Es hat dazu geführt, dass auch in unserem Verein ein einziges Kind Jahrgang 2007 wieder trainieren konnte, während seine Kumpels bei Betreten eines Sportplatzes eine saftige Verwaltungsstrafe bekommen hätten. Eine seltsame Situation für alle  Beteiligten.
Nun ist es nach Bekanntgabe, dass plötzlich auch die LAZ wieder trainieren dürfen, der Verbandssektion Bundesliga gelungen, beim Ministerium auch für die Bundesligisten eine Ausnahmeregelung zu bekommen. Und zwar für Kinder ab dem Jahrgang 2010, also ab U-11 und älter. Alle anderen gleichaltrigen, und sicher in diesem Alter noch nicht generell weniger auf Fußball fokussierten oder auch talentierten Kinder dürfen maximal ein Individualtraining mit 2 Meter Abstand mit genau einem Trainer pro Kind abhalten.
Wir haben das gleich einmal gelebt, 16 Trainer mit  insgesamt 16 Spielern auf dem Kunstrasen in Pachern. Anschließend sind die “Buam vom Sk Sturm” gekommen, um mit ihren Trainern ein ganz normales Training abzuhalten.
Um eines klarzustellen: Es geht uns nicht darum, auch den anderen etwas zu verbieten. Wir wollen nur auch wieder trainieren und spielen. Und das ist auch keine große Kritik an den Bundesligisten, denn dass sich jeder selbst der Nächste ist, ist nun einmal so. Obwohl in diesem Land  ständig Solidarität gepredigt wird. 11 Jährige sollen zwar seit dem letzten Jahr auf ihre Leidenschaft, den Sport verzichten, damit ihre Groß- oder Urgroßeltern nicht lebensgefährlich erkranken. Diese Solidarität wird gefordert. Aber von 11 jährigen  zu fordern, dass auch sie erst trainieren dürfen, wenn es wieder allen Kindern in dieser Altersklasse möglich ist, diese Solidarität wird natürlich nicht verlangt. Schuld daran sind aber nicht die Bessergestellten, sondern die Damen und Herren Entscheidungsträger, die solche Ungleichbehandlungen ermöglichen.
Es hat schon einen schalen Beigeschmack, diese sachlich durch nichts gerechtfertigte Ungleichbehandlung. Die man vorerst nicht einmal beim Verfassungsgerichtshof wegen einer  durch nichts zu rechtfertigenden Diskriminierung bekämpfen kann, denn der entsprechende Erlass oder die Verordnung, die diese Ungleichheit seit 11.Februar begründet, ist noch nicht veröffentlicht bzw. auffindbar.
(Martin Wolf, Obmann und sportlicher Leiter JAZ GU-Süd)

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